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Psychische Belastungen können eng mit unserem Selbstwert, unserem Selbstbild und unseren Beziehungen verbunden sein.
Erfahrungen in der Herkunftsfamilie können dabei prägen, wie wir uns selbst erleben und Beziehungen gestalten.
In der Personzentrierten Psychotherapie steht das gegenwärtige Erleben im Mittelpunkt. In einer vertrauensvollen
Beziehung können auch verdrängte oder schwer zugängliche Gefühle, Bedürfnisse und innere Konflikte zunehmend
wahrgenommen und verstanden werden. Während meines klinischen Praktikums im AKH wurde mir besonders deutlich,
wie bedeutsam eine tragfähige therapeutische Beziehung, empathisches Verstehen und ein respektvoller Umgang
mit dem individuellen Erleben sein können – auch bei schweren psychischen Belastungen.
Migration kann bedeuten, zwischen unterschiedlichen kulturellen Bezugssystemen zu leben und
neue Formen von Zugehörigkeit zu entwickeln. Identität muss dabei nicht eindeutig einer
Kultur zugeordnet sein, sondern kann sich mehrsprachig, transkulturell oder hybrid entwickeln.
Nach Flucht, Gewalt, Verfolgung oder länger anhaltenden Belastungen können unter anderem traumabezogene
Beschwerden, Ängste, depressive Symptome oder körperlich erlebter Stress auftreten. Gerade bei
Jugendlichen und jungen Erwachsenen können Fragen der Identität und familiäre Spannungen eine
besondere Bedeutung bekommen. Interkulturelle Themen betreffen jedoch nicht nur Menschen mit eigener Migrationserfahrung.
Auch in Partnerschaften, Familien, am Arbeitsplatz oder im gesellschaftlichen Zusammenleben
können unterschiedliche Werte, Erwartungen und kulturelle Prägungen zu Konflikten oder
Verunsicherung führen. In meiner therapeutischen Arbeit ist es mir wichtig, solche
Erfahrungen in ihrem persönlichen, familiären, sozialen und kulturellen Zusammenhang zu
verstehen.
Ein weiterer Bereich, mit dem ich durch meine langjährige Beratungstätigkeit besonders vertraut bin,
sind Herausforderungen in Beruf, Ausbildung und Studium. Dazu gehören Überforderung, Mobbing, Burnout,
berufliche Krisen, die als existenziell erlebt werden können, und berufliche Neuorientierung. Zu diesem
Bereich zählen auch Prüfungsangst sowie schwierige Entscheidungen in Ausbildung oder Studium, insbesondere
wenn sie den Alltag und das persönliche Wohlbefinden stark belasten.